Die Verlegerin Mascha Kauka hat eine Mission: Sie trägt die Idee der erneuerbaren Energie in den entlegensten Winkel der Erde. Im Amazonasbecken in Ecuador kämpft sie gegen gierige Konzerne und für den Erhalt des Regenwaldes.
Im Amazonasbecken am Äquator liegt das größte erhaltene Urwaldgebiet der Welt. Es ist das vielleicht bedeutendste Ökosystem der Erde. Ein Drittel aller Süßwasservorkommen der Welt lagern im tropischen Regenwald. Deshalb hängen wir alle in hohem Maß von diesem Ökosystem ab. Doch jedes Jahr werden über zwei Millionen Hektar Amazonasdschungel vernichtet, was den Klimawandel rasant beschleunigt.

Bereits seit 25 Jahren kämpft die Münchnerin Mascha Kauka für die Erhaltung dieses einzigartigen Gebiets. Einen großen Teil ihres Privatvermögens hat sie bereits für den Erhalt des Regenwaldes investiert und aus dem Dorf Sharamentsa, 500 Kilometer von Ecuadors Hauptstadt Quito entfernt, ein Vorzeigeobjekt gemacht. Bis vor wenigen Jahren hatten die dort lebenden Achuar-Indios noch keinen Kontakt zur übrigen Welt, doch das Leben im Dschungel hat sich geändert.

Noch vor zwanzig Jahren lebten die Achuar als Nomaden im Regenwald. Sie folgten ihrer Nahrung und erlegten mit ihren Blasrohren nur so viele Tiere, wie sie zum Überleben benötigten. Dann sprach die Regierung Ecuadors ihnen Land zu, und sie wurden sesshaft. Mit ihrer "Stiftung Amazonica" will Kauka den Indios Anschluss an die moderne Welt geben. Ihr Ziel ist ehrgeizig: Die Achuar sollen von der Zivilisation profitieren, ohne ihre Kultur oder Umwelt zu zerstören. Damit ist sie auch auf Zustimmung bei den Ureinwohnern gestoßen.

Die ersten Neuerungen haben bereits Einzug in das Dorf gehalten. Im tiefsten Urwald haben die Einwohner damit begonnen, Müll zu trennen. Auch sauberes, gefiltertes Trinkwasser erreicht sie aus einer nahen Quelle. Wasserleitungen führen in jede Hütte. Mit Solarstrom betriebene Pumpen sichern den Nachschub.
Der Waschplatz, den Kauka mit Geldern aus ihrer Stiftung gebaut hat, ist mittlerweile zum Zentrum des Dorflebens geworden. Und per Satellitenschüssel und Solarstrom sind die Achuar sogar im globalen Netz unterwegs.

Kauka geht es aber auch darum, den schwierigen Spagat zwischen Tradition und Moderne zu schaffen. Die Indios hatten fast verlernt, ihre Traditionen zu pflegen. Erst Kauka hat sie zum Ausleben der alten Bräuche ermutigt, auf die sie mittlerweile wieder stolz sind.

Das weltweit einmalige Projekt soll für die Zukunft aller Ureinwohner wegweisend sein. Denn mit den Archua leben noch rund 400 andere Völker im größten Dschungel der Welt. Ihre Gegner sind die mächtigen Großkonzerne und die rücksichtslose Gier nach Rohstoffen. Die Holzindustrie drängt viele Dörfer mit schnellem Geld zum Verkauf ihres Waldes. Andere Konzerne wiederum vermuten Erdöl in der Region. Um die Ölindustrie zu stoppen, planen die Achuar daher die Errichtung eines Naturschutzgebietes.
Zusammen mit Mascha Kauka kämpfen sie weiter für den Erhalt ihres Waldes. Vor den Tieren haben sie keine Angst, wohl aber von den Menschen, die von draußen zu ihnen kommen. Das nächste große Projekt ist die "Amazonica Akademie". Wissenschaftler sollen in der Region forschen, denn der tropische Regenwald gilt als artenreichster Lebensraum der Erde. Ungezählte, teilweise noch völlig unbekannte Tierarten leben hier. Selbst der Haustierbestand der Achuar gleicht einem Zoo. Es wäre die erste Urwald-Uni, die von Achuar-Indianern betrieben wird.