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08. Februar 2012
 

Abenteuer Wissen

 
Zugvögel am Himmel. Quelle: ap
Wildgänse ziehen gen Süden.

Abenteuer Wissen

Das Rätsel der Zugvögel

Anzeichen für den Klimawandel?

Jedes Jahr im Herbst gehen die Zugvögel auf die Reise. Doch ihr Zugverhalten gerät zunehmend durcheinander. Sie verändern ihre Zugrouten und -zeiten oder verbringen die zunehmend milden Winter gleich ganz in ihrem Brutgebiet. Doch was ist die Ursache für dieses rätselhafte Phänomen? Experten betrachten die Zugvögel als Gradmesser des Klimawandels.

 
 
 
 

Die Natur ist im Umbruch. Wie wirken sich der veränderte Vogelzug und seine Folgen auf Tier- und Pflanzenwelt, auf uns und unser Leben aus?

Kraniche suchen auf abgeerntem Feld Nahrung. Quelle: ZDF
ZDF
Kraniche suchen Nahrung auf den Feldern.

Das Phänomen

An mehreren Stationen in Deutschland dokumentiert "Abenteuer Wissen" die Veränderungen des Zugverhaltens: Kraniche werden zur Plage auf landwirtschaftlichen Flächen, weil sie ihren Zug nicht gen Süden fortsetzen, sondern im milden Norddeutschland bleiben. Neue Arten wie der Bienenfresser kommen aus dem Mittelmeerraum zu uns und schaffen es inzwischen, am Rhein zu überwintern.

 

Auf der Vogelwarte Helgoland sind Forscher verwundert über das Ausbleiben einiger gefiederter Wintergäste aus arktischen Breiten. Europaweit beobachten Biologen, dass sich Zugrouten verändern und manche Vogelarten die mühselige Reise gleich ganz ausfallen lassen.

 

Was geht in den Vögeln vor?

Im weltweit einzigen Windkanal für Zugvögel erforschen Ornithologen, was Menschen seit Jahrhunderten fasziniert: die unglaubliche Ausdauer und Orientierungsleistung von Vögeln, die mehr als tausend Kilometer zurücklegen, um an ihr Ziel zu gelangen. Während man früher nur vom Boden aus staunend den Zug der Vögel beobachten und kleinere Arten wie Rotkehlchen überhaupt nicht mit bloßem Auge erkennen konnte, setzen die Ornithologen heute moderne technische Geräte ein. Wichtige Informationen erhalten sie von hochauflösenden Radaranlagen, Peilsendern an Storchenflügeln und Tests im Windkanal von Seewiesen am Starnberger See.

 
Vögel im Windkanal.
Test im Windkanal: Vögel fliegen mit dem geringsten Energieaufwand.

Wie regeln die Vögel ihren Energieverbrauch, welche Reize aus der Umwelt nutzen sie als Zeichen zum Aufbruch oder als Wegweiser? Wie Rotkehlchen oder Mönchsgrasmücken trotz Nacht und Nebel nicht vom richtigen Kurs abkommen, das war lange ein Rätsel. Doch nun kommen Biologen dem geheimen inneren Kompass der Vögel auf die Spur.

In Norddeutschland legen Bauern bereits "Lockflächen" an, um im Herbst und Frühjahr die Kraniche von ihrer Saat fernzuhalten. Imker fürchten, dass zugewanderte Bienenfresser ihre Schützlinge dezimieren. Die Veränderungen des Vogelzuges machen sich bereits bei Mensch und Natur bemerkbar.

 
 
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